Refe­ren­da­re

Kran­ken­ver­si­che­rung Refe­ren­dar — Was ist ein Refe­ren­dar ?

Refe­ren­da­re sind Beam­te in Aus­bil­dung und daher als „Beam­te auf Wider­ruf” bei­hil­fe­be­rech­tigt. Für die Bei­hil­fe gel­ten für sie die glei­chen Rege­lun­gen, wie für alle übri­gen Beam­ten­an­wär­ter: Jeder Refe­ren­dar, sowie des­sen berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ge Fami­li­en­mit­glie­der, hat Anspruch auf Bei­hil­fe von sei­nem Dienst­herrn. Die Höhe des Bei­hil­fe­sat­zes vari­iert dabei je nach Bun­des­land und Anzahl der unter­halts­pflich­ti­gen Kin­der.

Wel­che Mög­lich­kei­ten der Kran­ken­ver­si­che­rung gibt es im Refe­ren­da­ri­at ?

Grund­sätz­lich kann der Refe­ren­dar mit Beginn des Refe­ren­da­ri­ats frei zwi­schen gesetz­li­cher und pri­va­ter Kran­ken­ver­si­che­rung wäh­len (GKV und PKV).

Wie hoch sind die Bei­trä­ge in der GKV bzw. PKV ?

Die Bei­trä­ge in der GKV rich­ten sich nach dem all­ge­mei­nen gül­ti­gen Bei­trags­satz der jewei­li­gen Kas­se. Es gibt kei­nen Bei­trags­nach­lass wegen der Bei­hil­fe­be­rech­ti­gung. Zusätz­lich ist der Satz für die Pfle­ge­ver­si­che­rung zu addie­ren. Die Bei­trä­ge der PKV rich­ten sich nicht nach dem Ein­kom­men, sie wer­den durch das Ein­tritts­al­ter, Bei­hil­fe­land, Bei­hil­fe­satz und Gesund­heits­zu­stand fest­ge­legt. Dabei kann der Refe­ren­dar bis zum 34. Lebens­jahr zum Aus­bil­dungs­ta­rif ver­si­chert wer­den. Vol­ler Ver­si­che­rungs­schutz zum klei­nen Bei­trag. Sehr attrak­tiv.

War­um sind Aus­bil­dungs­ta­ri­fe so güns­tig ?

Die Tari­fe für Beam­ten­an­wär­ter sind des­halb so güns­tig, weil dar­in kei­ne Alters­rück­stel­lun­gen gebil­det wer­den. Been­det der Refe­ren­dar sei­ne Aus­bil­dung, d. h. wird er nun „Beam­ter auf Pro­be“, wech­selt er auto­ma­tisch ohne erneu­te Gesund­heits­prü­fung von sei­nem Aus­bil­dungs­ta­rif in den ent­spre­chen­den nor­ma­len Beam­ten­ta­rif. Die Mel­dung über Been­di­gung der Aus­bil­dung erfolgt aller­dings nicht auto­ma­tisch! Der Ver­si­cher­te muss sei­nen Ver­si­che­rer selbst dar­über infor­mie­ren. Durch die Sta­tus­än­de­rung haben Refe­ren­da­re aber auch ein Son­der­kün­di­gungs­recht und kön­nen zu Beginn ihres Dienst­ver­hält­nis­ses die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft wech­seln. Aller­dings ist mit einem sol­chen Wech­sel auch eine erneu­te Gesund­heits­prü­fung ver­bun­den.

Muss ein Ver­si­che­rer Refe­ren­da­re ver­si­chern ?

Nein, der Ver­si­che­rer prüft nach Antrag­stel­lung das zu ver­si­chern­de Risi­ko und kann dann Zuschlä­ge ver­ein­ba­ren (auf den Tarif­bei­trag) oder den Ver­si­che­rungs­schutz ableh­nen. Die soge­nann­te Öff­nungs­klau­sel fin­det hier kei­ne Anwen­dung.

Was pas­siert nach dem Refe­ren­da­ri­at ?

Nicht jeder Refe­ren­dar geht mit bestan­de­nem Examen naht­los in ein Dienst­ver­hält­nis über. Oft muss man sich zwi­schen­zeit­lich arbeits­su­chend mel­den wäh­rend man auf eine Stel­len­zu­sa­ge war­tet. Der ehe­ma­li­ge Refe­ren­dar kann in die­ser Zeit soge­nann­te Über­gangs­ta­ri­fe der PKV in Anspruch neh­men oder unter Umstän­den fami­li­en­ver­si­chert wer­den. Bei Rück­kehr in die GKV soll­te man zumin­dest eine klei­ne Anwart­schaft ver­ein­ba­ren. Die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung wird auf die­se Wei­se nicht gekün­digt, son­dern ruht ledig­lich. Sobald der Refe­ren­dar ins Beam­ten­ver­hält­nis beru­fen wird, kann die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung dann wie­der unbü­ro­kra­tisch und ohne erneu­te Gesund­heits­prü­fung reak­ti­viert wer­den.

War­um soll­te zu Aus­bil­dungs­be­ginn ein guter Ver­si­che­rungs­schutz gewählt wer­den ?

Vie­le Refe­ren­da­re über­le­gen, aus finan­zi­el­len Grün­den für die Zeit ihrer Aus­bil­dung einen mög­lichst güns­ti­gen Tarif zu wäh­len. Zusätz­li­che Leis­tun­gen wie Chef­arzt oder Heil­prak­ti­ker wer­den meist nicht mit­ver­si­chert. Die­se Spar­maß­nah­me kann sich aber spä­ter rächen: Denn hat der Ver­si­che­rer dies nicht vor­her in sei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen garan­tiert, besteht kein Rechts­an­spruch auf eine höher­wer­ti­ge Ver­si­che­rung. Möch­te ein Refe­ren­dar spä­ter Wahl­leis­tun­gen mit­ver­si­chern, geht dies meist nur mit erneu­ter Gesund­heits­prü­fung und Zustim­mung des Ver­si­che­rers.

War­um sind die Prä­mi­en nach dem Ende des Refe­ra­tes schon bei Beginn wich­tig ?

Bei eini­gen Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten ist der Leis­tungs­um­fang des Anwär­ter­ta­ri­fes nicht iden­tisch mit dem ent­spre­chen­den Beam­ten­ta­rif. Unter Umstän­den sind die Leis­tun­gen des Beam­ten­ta­ri­fes schlech­ter als die des Anwär­ter­ta­ri­fes. Refe­ren­da­re soll­ten sich vor dem Abschluss ihrer Ver­si­che­rung des­halb die Leis­tun­gen bei­der Tari­fe gut anse­hen. Eben­so kann es vor­kom­men, dass der Bei­trag des ent­spre­chen­den Beam­ten­ta­ri­fes sehr hoch ist. Refe­ren­da­re soll­ten sich daher gut infor­mie­ren, wel­che Kon­di­tio­nen die Gesell­schaft nach dem Refe­ren­da­ri­at bie­tet.