Mehr Sicher­heit für Beam­te — DBB-Chef for­dert kon­kre­te Maß­nah­men

Die Ergeb­nis­se sind wenig erfreu­lich: Eine aktu­el­le Umfra­ge des Deut­schen Beam­ten­bun­des (DBB) unter den Lan­des­ver­bän­den und meh­re­ren Part­ner­ge­werk­schaf­ten hat erge­ben, dass sich die Über­grif­fe auf Beam­te in letz­ter Zeit häu­fen. Dabei sind kei­nes­wegs nur die Mit­ar­bei­ter in den Groß­städ­ten betrof­fen. Auch in den Klein­städ­ten und selbst auf dem Land ver­zeich­net der öffent­li­che Dienst eine zuneh­men­de Gewalt. Die Span­ne reicht dabei von ver­ba­len Atta­cken in Form von Beschimp­fun­gen bis hin zu schwe­ren tät­li­chen Angrif­fen.

Täter kom­men aus allen sozia­len Schich­ten

Auch das Vor­ur­teil, dass nur die Berei­che betrof­fen sind, in denen es um Sozi­al­leis­tun­gen geht, hat sich durch die Umfra­ge nicht bestä­tigt. Zwar sind die­se stär­ker betrof­fen, aber eine zuneh­men­de Gewalt­be­reit­schaft gegen­über den Beam­ten lässt sich in allen Behör­den und durch alle sozia­len Schich­ten hin­durch beob­ach­ten.

Zu beson­ders schwe­ren Vor­fäl­len war es unter ande­rem in den Job­cen­tern in Neuss und Leip­zig gekom­men. In Neuss wur­de 2012 eine Mit­ar­bei­te­rin mit einem Mes­ser getö­tet, in Leip­zig eine Kol­le­gin im Jahr 2013 mit einem Ham­mer sehr schwer ver­letzt. Der Täter, der wäh­rend sei­nes Pro­zes­ses wegen aus­ste­hen­der SV-Bei­trä­ge im Amts­ge­richt Dach­au den Staats­an­walt erschoss, war jedoch kein Lang­zeit­ar­beits­lo­ser, son­dern ein ehe­ma­li­ger Unter­neh­mer.

DBB-Chef for­dert kon­kre­te Sicher­heits­maß­nah­men

Klaus Dau­der­städt, der Vor­sit­zen­de des DBB, for­der­te ange­sichts der Umfra­ge­er­geb­nis­se die Poli­tik zum Han­deln auf. Die Men­schen ver­spür­ten einen zuneh­men­den Frust gegen­über dem Staat und wür­den die­sen immer öfter an den Staats­die­nern aus­las­sen. Des­halb ver­langt Dau­der­städt zum Bei­spiel spe­zi­el­le Dees­ka­la­ti­ons-Semi­na­re für alle Beam­ten, die in Behör­den mit beson­de­rem Kon­flikt­po­ten­zi­al zu tun haben.

Außer­dem spricht sich der DBB-Chef für die Abschaf­fung von Ein­zel­bü­ros aus, um den Mit­ar­bei­tern von vorn­her­ein mehr Sicher­heit zu bie­ten. “Der rote Not­fall­knopf am Schreib­tisch, wie man ihn aus Ban­ken und von Juwe­lie­ren kennt, soll­te viel­leicht bald zur Aus­stat­tung von Behör­den­mit­ar­bei­tern gehö­ren”, so Dau­der­städt wei­ter. Sogar Metall­de­tek­to­ren an den Ein­gän­gen bestimm­ter Behör­den hält er für sinn­voll.