Die Bei­hil­fe

Was ist eigent­lich die Bei­hil­fe ?

Die Bei­hil­fe ist das Für­sor­ge­sys­tem des jewei­li­gen Dienst­herrn (Bun­des­lan­des oder Lan­des). Der Dienst­herr kommt damit sei­ner Für­sor­ge­pflicht gegen­über sei­nen Beam­ten nach.

Die Bei­hil­fe betei­ligt sich zu einem bestimm­ten Pro­zent­satz an den ent­ste­hen­den Krank­heits­kos­ten des Beam­ten. Der Beam­te muss sich also nur noch für den ver­blei­ben­den Pro­zent­satz (Rest­kos­ten) pri­vat ver­si­chern. Die­se pri­va­te Ver­si­che­rung der Rest­kos­ten ist eine Pflicht­ab­si­che­rung.

Wie hoch sind die Bei­hil­fe­sät­ze ?

Die Höhe der Bei­hil­fe­sät­ze sind abhän­gig vom jewei­li­gen Bun­des­land und dem Fami­li­en­stand bzw. der Anzahl der Kin­der im Fami­li­en­zu­schlag des jewei­li­gen Beam­ten. Sie lie­gen zwi­schen 50% und 80%.

Zahlt die Bei­hil­fe auch bei einer Mit­glied­schaft in der GkV ?

Nein, denn die Bei­hil­fe betei­ligt sich nur an den ent­ste­hen­den Krank­heits­kos­ten, die GKV kennt aber nur monat­li­che Pau­schal­bei­trä­ge. Ver­si­chert sich der Beam­te also gesetz­lich, muss er den Bei­trag in vol­ler Höhe selbst bezah­len. Bei­hil­fe bekommt er nur für bei­hil­fe­fä­hi­ge Leis­tun­gen gezahlt, wel­che die gesetz­li­che Kas­se nicht über­nimmt.

Bekom­men mein Ehe­part­ner / mei­ne Kin­der auch Bei­hil­fe ?

Der Ehe­part­ner eines bei­hil­fe­be­rech­tig­ten Beam­ten oder Ange­stell­ten des öffent­li­chen Diens­tes ist dann selbst bei­hil­fe­be­rech­tigt (als sog. berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ges Fami­li­en­mit­glied), wenn das Brut­to­jah­res­ein­kom­men eine bestimm­te Gren­ze nicht über­schrei­tet. In der Regel liegt die Ein­kom­mens­gren­ze bei 18.000 € pro Jahr (Aus­nah­men z. B.: Hes­sen, Saar­land, Bre­men). Der Dienst­herr zahlt für die Kin­der sei­ner Beam­ten so lan­ge Bei­hil­fe (im Regel­fall 80 %), wie der Beam­te für sie unter­halts­pflich­tig ist, also bis zum Ende ihrer Aus­bil­dung bzw. bis maxi­mal zum Ende des 25. Lebens­jah­res. Adop­tiv­kin­der unter­schei­den sich recht­lich gese­hen nicht von leib­li­chen Kin­dern. Sie haben daher den glei­chen Rechts­an­spruch auf Bei­hil­fe wie eige­ne Kin­der. Die Bei­hil­fe für Kin­der beträgt im Nor­mal­fall 80 %. Die Rest­kos­ten von 20 % müs­sen also selbst über einen pri­vat­recht­li­chen Ver­trag abge­si­chert wer­den.

Bie­tet die PKV eine kos­ten­lo­se Fami­li­en­ver­si­che­rung an ?

Nein, die PKV bie­tet kei­ne kos­ten­lo­se Fami­li­en­ver­si­che­rung an. Für jedes Kind muss ein eige­ner Ver­si­che­rungs­ver­trag abge­schlos­sen wer­den. Da die Kin­der von Beam­ten aber bei­hil­fe­be­rech­tigt sind (in der Regel bekom­men Kin­der 80 %, Aus­nah­me: Hes­sen und Bre­men) sind die PKV-Bei­trä­ge aber sehr güns­tig, da die­se nur für 20 % Absi­che­rung selbst bezahlt wer­den müs­sen.

Unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen kön­nen Kin­der in der Fami­li­en­ver­si­che­rung blei­ben ?

Die bei­trags­freie Fami­li­en­ver­si­che­rung ist gege­ben, wenn der Ehe­part­ner gesetz­li­ches pflicht- oder frei­wil­li­ges Mit­glied in der GKV ist und sein Ein­kom­men grö­ßer ist als das des Bei­hil­fe­be­rech­tig­ten.

Ist die Fami­lie im Todes­fall abge­si­chert ?

Im Todes­fall blei­ben der Ehe­part­ner und die Kin­der des Beam­ten wei­ter­hin bei­hil­fe­be­rech­tigt. Eben­falls zahlt der Dienst­herr den Hin­ter­blie­be­nen so lan­ge eine Witwen‑, Wai­sen- oder Halb­wai­sen­ren­te, wie eine Unter­halts­pflicht bestan­den hät­te.

Soll­te ein Beam­ter eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abschlie­ßen ?

Prin­zi­pi­ell ist die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung für jeden Erwerbs­tä­ti­gen wich­tig. Für Beam­te reicht die nor­ma­le Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung aber nicht aus, um das Risi­ko abzu­si­chern. Sie benö­ti­gen statt­des­sen die soge­nann­te Dienst­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. Dabei han­delt es sich um eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung, wel­che die Dienst­un­fä­hig­keit als abge­si­cher­tes Risi­ko in ihren Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen mit ein­schließt. Für man­che Berufs­grup­pen (z.B. Poli­zis­ten im Voll­zugs­dienst) ist zusätz­lich eine sog. spe­zi­el­le Dienst­un­fä­hig­keits­klau­sel im Bedin­gungs­werk nötig. Die­se Absi­che­rung greift, wenn ein Beam­ter bei­spiels­wei­se in den Innen­dienst ver­setzt wer­den muss. Lesen Sie mehr zu dem The­ma unter dem Menü­punkt: Dienst­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

War­um ist die Dienst­un­fä­hig­keits­klau­sel so wich­tig ?

Die Dienst- und die Berufs­un­fä­hig­keit sichern zwar bei­de den Ver­lust der Arbeits­kraft ab, sie unter­schei­den sich aber in den Vor­aus­set­zun­gen, die für einen Leis­tungs­an­spruch jeweils erfüllt wer­den müs­sen. Wäh­rend bei einer „nor­ma­len“ Berufs­un­fä­hig­keit Klau­seln zur Ein­schrän­kung des Risi­kos für den Ver­si­che­rer eine gro­ße Rol­le spie­len reicht bei der Dienst­un­fä­hig­keits­klau­sel die Ver­set­zung in den Ruhe­stand durch den Dienst­herrn als Tat­sa­che aus, dass der Ver­si­che­rer zur Leis­tung ver­pflich­tet ist. Die Prü­fung ist somit wesent­lich leich­ter und bie­tet dem Ver­si­che­rungs­neh­mer größt­mög­li­chen Schutz.